Deine Familie weiß, was du willst. Sie unterstützt dich und hat zugesagt, zu bezahlen, wenn es so weit ist.

Diese Lösung setzt voraus, dass Angehörige im denkbar ungünstigsten Moment vieles richtig machen, obwohl sie gerade unter großer Belastung stehen.

Was muss dafür funktionieren, und was passiert, wenn etwas schiefgeht?

A piggy bank beside stacked coins and a small blank calendar grid, representing pre-arranged funding set up in advance.
Ist die Finanzierung im Voraus geregelt, muss sich im Todesfall niemand mehr darum kümmern.

Die Menschen, auf die du dich verlässt, werden trauern

In dem Moment, in dem die Zahlung fällig wird, steht deine Familie unter Schock.

Genau dann müsste sie rasch eine größere Summe überweisen, sich mit dem Krankenhaus oder Hospiz abstimmen und mit Beschäftigten eines Bestattungsunternehmens verhandeln, die das Verfahren womöglich nicht kennen oder ablehnen.

Trauer macht Menschen nicht handlungsunfähig. Sie kann es ihnen aber erschweren, rasch zu handeln, und genau solche Verzögerungen können die Kryokonservierung scheitern lassen. Das Wettrennen gegen den zellulären Verfall muss das gesamte Bereitschaftssystem gewinnen. Damit die Zellen möglichst wenig Schaden nehmen, muss die Kryokonservierung rasch beginnen, doch nun muss jemand ohne Erfahrung die nötigen Schritte veranlassen.

Wer beim Abendessen zustimmt, kann im Todesfall anders entscheiden

Ein Ehepartner unterstützt dich vielleicht, während erwachsene Kinder die Idee absurd finden. Kinder stehen vielleicht hinter dir, während Geschwister lautstark widersprechen.

Auch wenn vorher alle zugestimmt haben, können rund um das Begräbnis alte Konflikte wieder aufbrechen.

Ist die Finanzierung nicht im Voraus geregelt, müssen sich deine Angehörigen gerade dann über deine Kryokonservierung einigen, wenn ihnen das besonders schwerfällt. Schon wenn eine einzige Person die Zahlung verweigert, kann die Kryokonservierung daran scheitern.

Ist deine Familie bereits zerstritten, stellt sich ganz konkret die Frage, was passiert, wenn sie sich gegen deine Kryokonservierung stellt.

Zahlen wollen heißt nicht zahlen können

Selbst eine Familie, die zahlen will, kommt möglicherweise nicht rechtzeitig an das Geld.

Bankkonten können gesperrt bleiben, bis die Verlassenschaft geregelt ist. Es kann Tage dauern, Geldanlagen zu verkaufen und über den Erlös verfügen zu können. Internationale Überweisungen sind langsam. Finanzinstitute arbeiten nicht schneller, nur weil jemand gestorben ist.

Auch wenn auf deinem Konto genügend Geld liegt, können deine Angehörigen in den entscheidenden Stunden möglicherweise nicht darauf zugreifen.

Noch schwieriger wird es, wenn mehrere Länder beteiligt sind. Stirbst du in einem anderen Land als jenem, in dem deine Familie lebt und dein Geld liegt, können rechtliche Vorgaben und behördliche Verfahren selbst Angehörige aufhalten, die helfen wollen, dieselbe Reibung, die Logistik und Behördenaufwand so folgenreich macht.

Angehörige, die widersprechen, können klagen

Familienmitglieder, die gegen deine Konservierung sind, können die Vereinbarung anfechten. Als Einwand wird häufig vorgebracht, du seist zum Zeitpunkt deiner Entscheidung nicht entscheidungsfähig gewesen oder das Verfahren sei medizinisch nicht anerkannt.

Dafür müssen sie vor Gericht nicht recht bekommen. Schon die Verzögerung durch eine rechtliche Anfechtung kann die Kryokonservierung gefährden.

Die nötigen rechtlichen Unterlagen sollen solchen Anfechtungen vorbeugen. Ein Testament, das deinen Wunsch ausdrücklich festhält, eine verbindliche Finanzierungsvereinbarung und Patientenverfügungen, die deine Zustimmung zu den vorgesehenen Maßnahmen festhalten, müssen bereits zu Lebzeiten vorliegen. Genau darum geht es, wenn du dafür sorgst, dass deine Wünsche befolgt werden, und wenn du die wichtigen Dokumente in Ordnung hältst.

Welche Risiken eine vorab geregelte Finanzierung verringert

Wenn du die Finanzierung selbst im Voraus regelst, müssen deine Angehörigen im Todesfall weder tätig werden noch zustimmen.

Bei einer Lebensversicherung zahlst du zu Lebzeiten Prämien und setzt den Anbieter als Bezugsberechtigten ein. Den Vertrag schließt du selbst ab, schon Jahre bevor die Zahlung nötig wird.

Das beseitigt die meisten Schwachstellen auf einmal. Niemand muss erst klären, von welchem Konto das Geld kommen soll, oder eine Überweisung veranlassen. Ein Angehöriger, der die Kryokonservierung ablehnt, kann die Auszahlung nicht blockieren, wenn er daran vertraglich nicht beteiligt ist. Auch wenn Angehörige ihre Meinung ändern, bleibt die vertragliche Vereinbarung verbindlich.

Eine Verzögerung bleibt jedoch: Die Versicherung benötigt für die Bearbeitung eine Sterbeurkunde und zahlt meist erst nach Wochen aus. Entscheidend ist, dass der Anbieter als Bezugsberechtigter sofort mit der Kryokonservierung beginnen kann. Er muss nicht als Gläubiger warten, bis die Verlassenschaft abgewickelt ist.

Eine Versicherung allein reicht jedoch nicht aus. Ergänze sie durch die oben genannten Unterlagen. In der Übersicht zu den allgemeinen Finanzierungsmethoden findest du auch Möglichkeiten ohne Versicherung.

Manchmal gelingt es tatsächlich, die Kryokonservierung durch Angehörige zu finanzieren. Auf diese Weise wurden bereits Patienten kryokonserviert. Weniger bekannt sind die gescheiterten Fälle: Menschen wünschten sich eine Kryokonservierung und vertrauten darauf, dass ihre Vereinbarung mit den Angehörigen ausreichen würde. Dennoch wurden sie auf herkömmliche Weise bestattet, weil die Vereinbarung nicht ausreichte.

Weil eine günstige Alternative bereits verfügbar ist, sollten auch die Fälle zur Sprache kommen, in denen die Finanzierung durch Angehörige gescheitert ist.

Kurz gesagt: sich nach dem Tod auf Angehörige zu verlassen, ist riskant, weil sie uneinig sein können, keinen Zugriff auf das Geld haben oder zu langsam handeln. Mehr Sicherheit bieten eine vorab geregelte Finanzierung und die nötigen rechtlichen Unterlagen.

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