Der Transport eines Patienten zur Kryokonservierung in die Schweiz mag ungewöhnlich klingen. In der Praxis handelt es sich um eine grenzüberschreitende Überführung mit den erforderlichen Dokumenten und zusätzlicher Temperaturkontrolle.
Sobald alle Genehmigungen und Transportdokumente vorliegen, gehört der Transport zu den einfachsten Schritten im gesamten Ablauf.
Tomorrow.bio und der lokale Bestattungspartner übernehmen diese Arbeit. Das Mitglied oder die Angehörigen müssen lediglich die angeforderten Dokumente bereitstellen oder unterschreiben. Die Transportplanung übernehmen die Fachleute.

Das Mitglied organisiert den Transport nicht
Das Mitglied muss vor allem die nötigen Vorbereitungen treffen: die Kontaktdaten aktuell halten und die Identitäts-, Medizin- und Rechtsdokumente bereitstellen, die Tomorrow.bio oder der Bestattungspartner anfordern.
Nach der amtlichen Feststellung des Todes übernehmen die beteiligten Fachleute die weiteren Schritte.
Der Bestattungspartner kümmert sich vor Ort um die Freigabe des Verstorbenen und um die erforderlichen Dokumente aus dem Land, in dem der Tod eingetreten ist. Tomorrow.bio plant die Konservierung, stimmt den Transport mit dem Dienstleister ab, legt die Route fest und kümmert sich um die Schweizer Genehmigung sowie die Übergabe.
Gelegentlich muss ein Angehöriger eine Kopie eines Dokuments einreichen oder etwas unterschreiben. Niemand erwartet von ihm, mit Fluggesellschaften, Zollbehörden oder ausländischen Behörden zu verhandeln.
Wie du dich darauf vorbereiten kannst, erfährst du im Beitrag „Wichtige Dokumente, die du bereithalten solltest“.
Wie der Ablauf funktioniert
- Todesfeststellung und Freigabe: Ein Arzt stellt den Tod fest. Falls eine behördliche Freigabe erforderlich ist, erteilt sie die zuständige Behörde vor Ort.
- Maßnahmen vor Ort: Wenn es die Umstände erlauben, beginnt das Team bereits vor Ort mit der Stabilisierung und der Kryoprotektion vor Ort, bevor der Patient über eine längere Strecke transportiert wird.
- Dokumente für die Überführung: Der Bestattungspartner besorgt die Bescheinigungen und Genehmigungen, die für die Überführung des Patienten ins Ausland erforderlich sind.
- Organisation des Transports: Tomorrow.bio organisiert die Überführung auf dem genehmigten Landweg oder per Flugzeug und kümmert sich um die Verpackung, die Transportdokumente und die Genehmigung für die Überführung in die Schweiz.
- Übergabe: Der Patient wird in die Schweiz überführt. Dort beginnt die kontrollierte Abkühlung auf kryogene Temperaturen.
Welche Schritte und Dokumente erforderlich sind, hängt vom Land und vom Einzelfall ab. Deshalb arbeitet Tomorrow.bio mit Bestattungspartnern vor Ort zusammen. Angehörige müssen sich somit nicht selbst mit den jeweiligen Vorschriften auseinandersetzen.
Grenzüberschreitende Überführungen gehören zum Alltag von Bestattungsunternehmen
Europa kennt kein einheitliches Verfahren. Jedes Land wendet eigene Regeln für die Todesfeststellung und die Überführung an, wie die Leitlinien der Europäischen Union erläutern.
Trotzdem lässt sich der Transport nach bewährten Verfahren organisieren. Bestattungsunternehmen überführen regelmäßig Verstorbene ins Ausland, beschaffen dafür die erforderlichen Bescheinigungen und Genehmigungen und dokumentieren die Übergabe.
Das Übereinkommen des Europarats über die Leichenbeförderung wurde geschaffen, um die Formalitäten zwischen den teilnehmenden Ländern mittels eines Leichenpasses zu vereinfachen.
Die Schweiz verlangt eine Genehmigung für Leichen, die ins Land, durch das Land oder aus dem Land transportiert werden. Die zuständige kantonale Behörde stellt sie aus.
Diese behördlichen Verfahren sind den beteiligten Fachleuten vertraut. Das Mitglied muss sich nicht selbst darum kümmern.
Der Transport ist auf dem Landweg und per Flugzeug möglich
Straßentransport ist innerhalb Europas oft praktikabel. Für längere Strecken, auch zwischen Kontinenten, eignet sich der Transport per Flugzeug.
Fluggesellschaften befördern bereits sterbliche Überreste nach etablierten Frachtverfahren. Das IATA Compassionate Transportation Manual dient der Branche dabei als Nachschlagewerk für Buchung, Dokumentation, Verpackung und Handhabung.
Die gewählte Fluggesellschaft muss den Transport bestätigen und der vorgesehenen Verpackung sowie dem Kühlmittel zustimmen. Auch die erforderlichen Zoll- und Einreisedokumente müssen vor dem Abflug vorliegen.
Sind diese Voraussetzungen erfüllt, kann der Patient als Fracht auf einem regulären Flug befördert werden.
Tomorrow.bio hat bereits Patienten aus mehreren europäischen Ländern und den Vereinigten Staaten auf dem Landweg und per Flugzeug überführt. Bei diesen Überführungen konnten alle erforderlichen Unterlagen beschafft werden.
Die Kühlung läuft weiter, während der Papierkram erledigt wird
Die behördliche Abwicklung kann dennoch Stunden oder Tage dauern. Mit der Konservierung muss nicht gewartet werden, bis alle Unterlagen vorliegen.
Wo möglich, führt das Team die Kryoprotektion vor Ort durch. Der Patient kann anschließend auf Trockeneis bei etwa −80 °C gehalten werden, während die Transportdokumente fertiggestellt werden.
Bei früheren Überführungen wurde der Patient vorübergehend beim Bestattungsunternehmen vor Ort oder in einer Leichenhalle gekühlt. Der Bestattungspartner füllte das Trockeneis täglich nach.
So können die zeitkritischen Maßnahmen zur Konservierung unabhängig von der behördlichen Bearbeitung erfolgen. Sobald alle Dokumente vorliegen, kann die geplante Überführung beginnen.
Wie der Einsatz weiter abläuft, erfährst du im Beitrag „Was passiert, wenn du uns brauchst“.
Was die bisherige Erfahrung zeigt und was nicht
Bisherige Überführungen zeigen, dass internationale Transporte trotz unterschiedlicher nationaler Vorschriften mit verschiedenen Verkehrsmitteln möglich sind.
Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass künftige Überführungen genauso lange dauern. Eine Untersuchung, eine ausstehende Freigabe, ein fehlender Identitätsnachweis oder ein Streit innerhalb der Familie können den Ablauf verzögern.
Eine Verzögerung bedeutet jedoch nicht, dass die Überführung scheitert. Die Beschaffung der erforderlichen Unterlagen braucht manchmal Zeit. Bei den bisher abgeschlossenen Patiententransporten von Tomorrow.bio ließen sich die Anforderungen jedoch erfüllen.
Das Wichtigste in der Praxis
Das Mitglied bereitet die angeforderten Dokumente im Voraus vor. Sobald es erforderlich ist, erledigen Tomorrow.bio und der Bestattungspartner die Formalitäten, holen die Genehmigungen ein, beauftragen den Transportdienstleister und stimmen die Überführung mit den Beteiligten im In- und Ausland ab.
Sobald alle Dokumente vorliegen, erfolgt der Transport in die Schweiz auf dem Landweg oder per Flugzeug nach bewährten Verfahren.
Kurz gesagt: Tomorrow.bio und lokale Bestattungspartner übernehmen Genehmigungen, Kühlung und Transport in die Schweiz. Die Formalitäten können den Transport verzögern. Bisherige Überführungen zeigen jedoch, dass sich Transporte auf dem Landweg und per Flugzeug nach bewährten Verfahren abwickeln lassen.
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